Nothing Phone (4b) im Test: Genialer Look oder Mogelpackung?
Ehrlich gesagt? Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, was ich vom neuen Nothing Phone (4b) halten soll. Das Gerät fühlt sich an wie ein klassischer Fall von: „Wir mussten irgendwas auf den Markt bringen, während im Hintergrund die Speicherpreise explodieren.“ Carl Pei und sein Team wissen ohne Frage, wie man schicke Smartphones für den schmaleren Geldbeutel baut – das haben Geräte wie das CMF Phone 1 oder das Phone (3a) längst bewiesen. Aber beim 4b hat man an ein paar Stellen den Rotstift so angesetzt, dass man als Tech-Fan leise seufzen muss.
Nothing Phone (4b)
Vorteile
- Ikonisches Design mit verfeinertem Glyph Interface
- Hervorragendes AMOLED-Display mit flüssiger Darstellung
- Schlankes, aufgeräumtes Nothing OS ohne Bloatware
- Starke Preis-Leistung im oberen Mittelklasse-Segment
Nachteile
- Kein Netzteil im Lieferumfang enthalten
- Kamerasystem schwächelt bei extremen Dunkelheitsszenarien
- Gehäuse-Materialien mit hohem Kunststoffanteil
Fazit
Das Nothing Phone (4b) festigt Nothings Position als Innovator im Preis-Leistungs-Segment. Mit verbessertem Glyph Interface, gewohnt flüssiger Software-Performance und solider Alltags-Kamera bietet es ein einzigartiges Gesamtpaket für Stilbewusste. Wer ein unverwechselbares Smartphone ohne unnötigen Software-Ballast sucht, macht hier absolut nichts falsch.
Design und Haptik: Ein Hands-on mit Überraschungen
Schauen wir uns erst mal die Schokoladenseite an: Das Design. Haptisch ist die Rückseite ein absoluter Traumpfad. Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff mit einer speziellen Soft-Touch-Beschichtung, fühlt sich aber überraschend edel an – irgendwo zwischen rauem Keramikstein und feinem Steinzeug. Ich erwische mich ständig dabei, wie ich das Teil in der Hand drehe, nur um das Material zu spüren.
Die Kehrseite der Medaille? Fingerabdrücke lieben diese Oberfläche. Wenn Sie nicht alle fünf Minuten mit dem Mikrofasertuch wischen wollen, nehmen Sie am besten direkt die weiße Variante. Schwarz verwandelt sich nach zwei Minuten Nutzung gefühlt in eine Spurensicherungs-Beweislast. Das Glyph-Interface auf der Rückseite wurde von sieben auf fünf LEDs abgespeckt. Nett sieht es immer noch aus, aber wer bitte liest den Verbleib seines Nudel-Timers anhand von vier leuchtenden Strichen ab?
Auf der Suche nach robusteren Begleitern für extreme Bedingungen? Wer es wirklich widerstandsfähig braucht, sollte sich unseren Lagenio Panther 2 Pro Test ansehen, wo wir ein echtes Rugged-Outdoor-Smartphone unter 200 Euro genauer beleuchtet haben.

Beim Display fangen die echten Kompromisse an. Ja, wir bekommen ein 120-Hz-Super-AMOLED-Panel mit 6,77 Zoll, aber der Rahmen – besonders das untere Kinn – ist für ein modernes Nothing-Phone erschreckend dick geraten. Schlimmer wiegt für mich allerdings die Blickwinkelstabilität und das gestiegene Displayflimmern (PWM). Wer empfindliche Augen hat, wird das merken.
Auch beim Schutzglas wurde gespart: Statt gehärtetem Gorilla Glass gibt es DragonTrail Pro, was gefühlt aus der Smartphone-Steinzeit reaktiviert wurde. Immerhin ist das Always-On-Display an Bord und das Gehäuse besitzt jetzt eine IP64-Zertifizierung gegen Spritzwasser.
Wer hingegen den absoluten Flaggschiff-Standard bei Bildschirmen sucht und Faltdisplays liebt, findet in unserem ausführlichen Samsung Galaxy Z Fold 8 Test ein völlig anderes Extrem der Smartphone-Welt.
Performance & Akkuleistung: Snapdragon 6 Gen 4 im Härtetest
Unter der Haube werkelt ein Snapdragon 6 Gen 4 im modernen 4-Nanometer-Verfahren. Erwartet hier bitte keine Wunderdinge für High-End-Emulationen. Aber – und das muss man der Software-Truppe lassen – Nothing OS 4.1 (auf Basis von Android 16) holt aus dem schwachen LPDDR4X-Arbeitsspeicher und dem UFS-2.2-Speicher wirklich alles raus. Das System rennt im Alltag flüssig und frei von lästiger Bloatware.
Selbst beim Zocken bleibt der Chip erstaunlich stabil und drosselt die Leistung nicht wegen Hitze runter. Zusammen mit dem 5.200-mAh-Akku kommt man extrem entspannt durch den Tag. Laden dauert mit 33 Watt kabelgebunden allerdings seine Zeit.

Kamera: 50 MP Hauptkamera hui, Ultraweitwinkel pfui?
Bei den Kameras wird es dann endgültig kurios. Die 50-Megapixel-Hauptkamera knipst dank optischer Bildstabilisierung (OIS) bei Tageslicht wirklich brauchbare, scharfe Fotos. Die zweite Linse – ein mikroskopischer 8-Megapixel-Ultraweitwinkelsensor – ist hingegen eine reine Alibi-Veranstaltung. Bei wenig Licht krümeln die Details schneller weg als ein trockenes Keksstück. Im Vergleich zum hauseigenen CMF Phone 2 Pro fühlt sich das 4b hier stellenweise wie ein Rückschritt an.
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Wenn Sie auf der Suche nach einem Smartphone mit unverwechselbarem Design, schlankem Android 16 und starker Akkulaufzeit sind, ist das Gerät trotz kleinerer Schwächen einen Blick wert.
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Fazit: Für wen lohnt sich das Nothing Phone (4b)?
Mein Fazit fällt ziemlich gemischt aus. Für rund 330 Euro bekommen Sie ein Smartphone mit fantastischer Software, drei Jahren Android-Updates (bis Android 19!), sechs Jahren Sicherheits-Patches und einem einzigartigen Look. Wenn Sie genau darauf brennen und Sie die Kamera sowie das Kinn nicht stören, machen Sie nicht viel falsch. Wer jedoch einfach das meiste Smartphone für sein Geld sucht, fährt aktuell mit den Vorgängern oder den Modellen der CMF-Reihe deutlich besser – oder wartet schlicht auf die nächsten Preisnachlässe.
Falls Sie neben dem passenden Smartphone auch nach einem smarten Alltagsbegleiter für Fitness und Benachrichtigungen suchen, werfen Sie am besten auch einen Blick auf unseren Xiaomi Smart Band 10 Pro Test.
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