HeyGears G1 Series: Der erste Vollfarb-3D- und UV-Drucker für den Schreibtisch
Manchmal gibt es Momente im Tech-Bereich, da sitzt man vor einem neuen Gerät und denkt sich einfach nur: Wow. Genau das war mein erster Gedanke, als ich die fertigen Vollfarb-3D-Drucke auf meinem Schreibtisch begutachtet habe. Was bisher unbezahlbaren Industrieanlagen vorbehalten war, kommt nun in Form der HeyGears G1 Series als bezahlbares Desktop-Gerät auf den Markt.
Ich habe mir die größere Variante, den HeyGears G1X, ausführlich auf die Werkbank geholt. Während der Standard-G1 für reine 2D-Objektdrucke konzipiert ist, geht der G1X aufs Ganze und kombiniert hochauflösenden UV-Flachbettdruck mit echtem, mehrfarbigem 3D-Resindruck. Vorab sei gesagt: Ich spare mir das unkritische Hype-Gerede. Werfen wir stattdessen einen realistischen Blick auf die Technik, den Workflow und die unvermeidbaren Hürden beim Wechsel zwischen den Modi.
- Exzellente 2D-UV-Druckqualität durch Epson i3200 Kopf und Light-Farben.
- Wasserlösliche Stützstrukturen machen mechanisches Entfernen im 3D-Druck überflüssig.
- Sehr massive Bauweise mit integriertem Carbon-Umluftfilter und Füllstandssensor.
- Einfache Positionierung per Gehäusekamera und Blueprint-Software.
- Manueller Hardware-Umbau beim Wechsel zwischen 2D- und 3D-Modus erforderlich.
- 3D-Detailtiefe kommt nicht ganz an reine Monochrom-Resindrucker heran.
- Hohes Eigengewicht der Maschine durch massive Metallkomponenten.
Die HeyGears G1 Series (G1X) schließt erfolgreich die Lücke zwischen bezahlbarem Desktop-Segment und teurer Industrietechnik. Während der 2D-UV-Druck qualitativ absolut herausragt, punktet der 3D-Modus mit beeindruckender Farbdynamik und wasserlöslichen Stützstrukturen. Trotz des nötigen manuellen Umbaus zwischen den Modellen setzt das System eine völlig neue Benchmark für Designer, Prototypenbauer und Creator.
Unboxing und Hardware-Eindruck: Massiv gebaut
Schon bei der Lieferung wird klar: Das ist kein Plastikspielzeug. Der G1X bringt ein ordentliches Gewicht auf die Waage, was vor allem an den massiven Metalldruckbetten liegt. Im Gegensatz zu den leichten Kunststoffplatten vieler Mitbewerber setzt HeyGears auf extrem verwindungssteife Komponenten.
Optisch zeigt sich das Gerät in einer cleanen, modernen Ästhetik. Die getönte Fronttür bietet eine gute Sicht auf den Innenraum, ohne dass man das Gehäuse während des Betriebs öffnen muss. An der Seite und Unterseite finden sich durchdachte Details:
- Integrierter Aktivkohlefilter: Zwei Hochleistungsgebläse saugen die Luft im Bauraum an, leiten sie über die Führungsschienen und die Z-Achse durch einen Carbonfilter und führen sie direkt zurück. Das Umwälzprinzip hält die Geruchsbelästigung im Raum spürbar geringer als bei einfachen Abluftsystemen.
- Separater Restbehälter: Statt teurer Einweg-Abfallkassetten setzt HeyGears auf eine frei zugängliche Abfallflasche mit Füllstandssensor. Das spart laufende Kosten und vereinfacht die Entsorgung überschüssiger Tinte.
- Durchdachtes Bettsystem: Die Platten werden über präzise Einkerbungen ausgerichtet und magnetisch gesichert. Für den 2D-Druck liegen haftende Tacky-Plates bei, für 3D-Projekte flexible PEI-Federstahlplatten.

Der 2D-UV-Druck: Gestochen scharf auf fast jedem Material
Im Herzen des G1X schlägt ein industrieller Epson i3200 Druckkopf. Während typische Einsteiger-UV-Drucker oft auf den kleineren F1080 setzen, bietet der i3200 deutlich mehr Düsen. Das Ergebnis ist eine höhere Durchsatzrate und exzellente Präzision beim Farbauftrag.
Die Tinte wird über ein intelligentes Nachfüllsystem auf der Rückseite eingefüllt. Neben den Standard-Prozessfarben (Cyan, Magenta, Yellow, Black, White) stehen Anschlüsse für Klarlack (Varnish), Reinigungsflüssigkeit sowie Light-Cyan und Light-Magenta zur Verfügung. Gerade die zusätzlichen Light-Farben sorgen für sanftere Farbverläufe und eine bemerkenswerte Farbtreue.
Ob Keramik-Magneten, Metallschilder oder Kunststoffgehäuse – die UV-Tinte härtet durch die mitgeführten UV-LED-Lampen sofort aus. Farbübergänge wie ein sanfter Blauton am Himmel wirken selbst unter der Makrolinse extrem homogen. Wenn Sie Ihr Setup für lange Gaming- oder Arbeitssessions am Schreibtisch ergonomisch abrunden möchten, empfehlen wir auch unseren Test zum Hbada E3 Pro Ergonomie-Stuhl.
Software und Kamerasystem
Die Steuerung erfolgt über die herstellereigene Software Blueprint. Das Programm führt schrittweise durch die Ausrichtung des Druckguts. Eine Kamera im Gehäusedeckelschacht nimmt ein hochauflösendes Foto der Druckfläche auf, auf dem das Design am Monitor zentriert und skaliert werden kann.
Zusätzlich ermöglicht eine seitlich montierte Innenkamera das Überwachen des Druckfortschritts in Echtzeit sowie das spätere Erstellen von Zeitraffer-Aufnahmen. Die Ausrichtung von Grafiken auf uneben geformten Objekten gelingt durch automatisches Tiefenmapping erstaunlich unkompliziert.
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Der Umbau auf Vollfarb-3D-Druck: Ein Systemwechsel
Das absolute Alleinstellungsmerkmal des G1X ist die Möglichkeit, vollständige 3D-Objekte in voller Farbtiefe zu drucken. Wichtig zu wissen: 2D- und 3D-Druck nutzen völlig unterschiedliche Tinten- und Trägersysteme. Ein einfacher Klick in der Software reicht nicht aus – für den Systemwechsel ist ein manueller Umbau erforderlich.
- Station koppeln: Die externe Nachfüllstation für 3D-Materialien wird an der Rückseite des Druckers angeschlossen.
- Kopf-Modul tauschen: Das Magnet-Faceplate wird abgezogen und die drei Halteschrauben des Druckkopfes werden gelöst. Das gesamte Tintenleitsystem samt Kopf wird nach hinten herausgeführt und gegen das 3D-Modul ausgetauscht.
- Kalibrierung: Nach dem Festschrauben führt das Gerät eine automatische Spülung durch. Anschließend wird ein Testmuster gedruckt, um die Schichthöhen und Flussraten exakt einzustellen.
Trotz des mechanischen Eingriffs dauert dieser Wechsel nach etwas Übung nur wenige Minuten. Im 3D-Modus nutzt das Gerät spezielles Aufbaumaterial sowie wasserlösliches Support-Material. Der große Vorteil gegenüber klassischem Resin-Druck: Das lästige Abknipsen harter Stützstrukturen entfällt. Nach einem Bad im Wasserbad löst sich der Support vollständig auf.

Fazit: Das Ende der unbezahlbaren Industrie-Drucker?
Der HeyGears G1X schließt eine Lücke, die im Consumer- und Prosumer-Bereich jahrelang unbesetzt war. Die 2D-UV-Druckqualität gehört dank des Epson i3200 Kopfes und der Light-Farben zum Besten, was man derzeit auf den Tisch stellen kann.
Beim 3D-Farbdruck erreicht das System zwar nicht ganz die extrem scharfe Detailtiefe eines hochauflösenden Monochrom-Resindruckers, gleicht dies jedoch durch die beeindruckende Farbdynamik und die wasserlöslichen Stützstrukturen locker wieder aus. Für Creator, Prototypenbauer und Designer, die farbige Modelle ohne nachträgliches Bemalen realisieren wollen, setzt die HeyGears G1 Series eine völlig neue Benchmark.
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