Xiaomi 18 Fold Test: Großes Display, kompaktes Format und überraschend gute Ausdauer
Das Xiaomi 18 Fold geht einen etwas ungewöhnlichen Weg. Statt eines klassischen großen Foldables setzt Xiaomi auf ein Format, das im geschlossenen Zustand eher an ein kleines Notizbuch erinnert und aufgeklappt zu einem kompakten Tablet wird. Mit seinem 7,58-Zoll-Innendisplay, einem 5,38-Zoll-Außendisplay und einem Gewicht von 219 Gramm soll das Gerät genau die Lücke zwischen Smartphone und großem Falt-Tablet schließen.
Besonders interessant ist dabei nicht nur das Format selbst. Xiaomi setzt auf ein 2:1-Seitenverhältnis bei beiden Displays, eine auffällig gut kaschierte Falte, ein Leica-Kamerasystem und einen 6.000-mAh-Akku. Im Test zeigt sich allerdings auch, dass die Software noch nicht ganz mit dem ungewöhnlichen Formfaktor mithalten kann.
Design und Verarbeitung
Zusammengeklappt misst das Xiaomi 18 Fold 10,68 mm in der Dicke und ist 83,6 mm breit. Mit 219 Gramm bewegt sich das Gewicht laut vorliegendem Test zwischen den internationalen und chinesischen Konkurrenten. Insgesamt wirkt das Gerät dadurch eher wie ein kleines Notebook als wie ein gewöhnliches Smartphone.
Die getestete Variante in „Nishino Red“ setzt auf einen rötlich-braunen Farbton. Die Farbe fällt auf, wirkt dabei aber nicht übertrieben verspielt, sondern eher hochwertig und erwachsen.
Bei der Rückseite gibt es ebenfalls einen interessanten Unterschied zu vielen anderen Geräten: Xiaomi verwendet hier kein Fiberglas, sondern AG Dragon Crystal Glass 3.0. Auch das Außendisplay setzt auf dieses Glas. Zusätzlich kommt eine Verstärkung durch Ionenimplantation zum Einsatz, die für eine bessere Kratzfestigkeit sorgen soll.
Die Form des Geräts fällt besonders im zusammengeklappten Zustand auf. Die Gestaltung der rechten Seite mit den größeren Ecken liegt laut Praxiseindruck angenehm in der rechten Hand. Wer das Smartphone mit einer Hülle verwendet, dürfte dagegen eher mit der linken Hand eine komfortablere Position finden.
Die Falte ist erstaunlich unauffällig
Ein Punkt, der beim Xiaomi 18 Fold besonders positiv auffällt, ist das Scharnier beziehungsweise die Kontrolle der Displayfalte.
Aufgeklappt bietet das Gerät ein 7,58 Zoll großes Display. Die Falte ist dabei erstaunlich schwer zu erkennen. Bei eingeschaltetem Bildschirm fällt sie laut Testeindruck praktisch nicht auf. Gerade bei einem Foldable ist das ein wichtiger Punkt, denn die sichtbare Falte gehört weiterhin zu den auffälligsten Kompromissen dieser Geräteklasse.
Der Eindruck liegt hier auf einem Niveau, das mit großen faltbaren Displays anderer chinesischer Hersteller aus dem entsprechenden Zeitraum vergleichbar sein soll.
Displays und ungewöhnliches 2:1-Format
Das Xiaomi 18 Fold besitzt ein 5,38 Zoll großes Außendisplay und ein 7,58 Zoll großes Innendisplay. Beide Bildschirme setzen auf ein Seitenverhältnis von 2:1.
Xiaomi orientiert sich damit gewissermaßen an der Proportion eines A4-Blatts. Das ist nicht nur eine Designentscheidung. Das Seitenverhältnis soll vor allem bei Inhalten Vorteile bringen.
Beim Anschauen von Videos kann das Format Platz sparen, während beim Lesen von E-Books im Hochformat eine höhere Informationsdichte möglich ist.
Die Auflösung liegt laut Test bei 1.860 × 1.140 Pixeln für das Außendisplay und 2.360 × 672 Pixeln für das Innendisplay. Die Pixeldichte beider Bildschirme liegt dadurch relativ nah beieinander. Das ist für eine möglichst konsistente Darstellung beim Wechsel zwischen Außen- und Innendisplay durchaus sinnvoll.
Auch bei der Helligkeit gibt es keinen deutlichen Bruch zwischen den beiden Panels. Die manuelle Maximalhelligkeit liegt bei beiden Displays bei über 600 Nits, während die globale Helligkeit mit über 2.200 Nits angegeben wird.
Software und Multitasking
Beim Thema Software zeigt sich eine der interessanteren Seiten des Xiaomi 18 Fold – gleichzeitig aber auch eine der größeren Schwächen von Foldables generell.
Xiaomi hat die Benutzeroberfläche an das ungewöhnliche Displayformat angepasst. Auf dem Außendisplay können beispielsweise zwei Spalten mit Informationen dargestellt werden. Wird das Gerät aufgeklappt, lässt sich der Inhalt auf bis zu vier Spalten erweitern.
Im Querformat kann beispielsweise links ein Bild und rechts der dazugehörige Text angezeigt werden. Im Hochformat lassen sich unter anderem Notizen mittig darstellen.
Das funktioniert grundsätzlich, hinterlässt aber keinen vollständig ausgereiften Eindruck. Die Erfahrung ist laut Test zwar nutzbar, aber nicht wirklich hervorragend. Dabei handelt es sich offenbar nicht um ein ausschließliches Xiaomi-Problem. Vielmehr hängt die Qualität der Nutzung stark davon ab, wie gut Apps von den jeweiligen Softwareanbietern an die unterschiedlichen Foldable-Formate angepasst werden.
Gerade im Android-Ökosystem besteht hier weiterhin Nachholbedarf. Auch andere Hersteller dürften mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, wenn sich mittelformatige Foldables weiter verbreiten.
Bis zu sechs Apps gleichzeitig
Beim Multitasking kann das Xiaomi 18 Fold dagegen seine große innere Displayfläche gut ausspielen.
Es lassen sich zwei, drei, vier, fünf oder sogar sechs Apps gleichzeitig öffnen. Die Fenstergrößen können dabei frei angepasst werden. Zwischen Fenstern beziehungsweise Karten kann per Wischgeste gewechselt werden.
Auch das Stapeln und Wechseln von Karten per Fünf-Finger-Geste gehört zu den vorgesehenen Möglichkeiten.
Dazu kommen bekannte PC-orientierte Anwendungen aus Xiaomis Tablet-Ökosystem, darunter WPS Office Pro, CAD und CAJ. Das Foldable übernimmt damit einige Funktionen, die man bereits von Xiaomi-Tablets kennt.
Gerade das breite Innenformat wirkt dabei komfortabler als die klassischen, sehr breit wirkenden großen Foldable-Displays.
Leica-Kameras im Xiaomi 18 Fold
Auch bei den Kameras setzt Xiaomi auf eine umfangreiche Ausstattung mit Leica-Unterstützung.
Zum System gehören:
| Kamera | Ausstattung |
|---|---|
| Ultraweitwinkel | 50 Megapixel |
| Hauptkamera | 20 Megapixel, 1/1,56-Zoll-HP5-Sensor |
| Teleobjektiv | 50 Megapixel, 80 mm, Periskop |
Beim Ultraweitwinkel wird im Transcript ein 2,88-Zoll-Sensor genannt, während beim Teleobjektiv ein 2,75-Zoll-JN5-Sensor angegeben wird. Die genannten Sensorangaben wirken in dieser Form ungewöhnlich; deshalb sollte man sie nicht als eindeutig bestätigte Sensorgrößen interpretieren.
Unabhängig davon fällt die Kameraausstattung auf dem Papier umfangreich aus. Noch interessanter ist jedoch der Bildeindruck.
Leica Vivid oder Leica Classic?
Xiaomi bietet zwei unterschiedliche Leica-Farblooks an: Leica Vivid und Leica Classic.
Leica Vivid setzt erwartungsgemäß auf kräftigere und auffälligere Farben. Grüntöne wirken beispielsweise wärmer und tendieren stärker ins Gelbliche. Gleichzeitig werden die Highlights stärker betont, wodurch das Bild lebendiger erscheint.
Leica Classic geht in die entgegengesetzte Richtung. Grüntöne wirken kühler, die Bilder insgesamt dunkler und zurückhaltender. Zusammen mit der Vignettierung entsteht ein ruhigerer und etwas ernsterer Look.
Ähnlich zeigt sich der Unterschied bei roten und orangefarbenen Blüten. Leica Vivid arbeitet mit intensiveren Farben, während Leica Classic die Helligkeit etwas reduziert und einen leicht stärkeren Blauanteil verwendet.
Der persönliche Eindruck aus dem Test fällt bei der Bildqualität insgesamt positiv aus. Das Leica-System wirkt deutlich ausgereifter und wurde vom Xiaomi 18 Fold offenbar ohne größere Abstriche übernommen.
Akkulaufzeit und Laden
Beim Akku greift Xiaomi auf eine Kapazität von 6.000 mAh zurück. Laut Test handelt es sich damit um die größte Akkukapazität innerhalb dieser Bauform.
Im Alltag fällt die Ausdauer besser aus als zunächst erwartet.
Bei moderater Nutzung des Außendisplays hält das Xiaomi 18 Fold problemlos einen ganzen Tag durch. Wird das große Display aufgeklappt und bei moderater bis leichter Nutzung eingesetzt, reicht der Akku ebenfalls für einen normalen Tag, ohne dass zwischendurch zwingend nachgeladen werden muss.
Beim Laden stehen 67 Watt per Kabel zur Verfügung. Im Praxistest wurde der Akku von 1 auf 100 Prozent in weniger als einer Stunde geladen. Für spontane Nachladungen im Alltag ist das eine ordentliche Geschwindigkeit.
Zusätzlich unterstützt das Foldable kabelloses Laden mit 50 Watt. Dadurch lässt sich das Gerät beispielsweise im Auto oder auf einer Ladestation ablegen und später schnell wieder zur Hand nehmen.
Stärken des Xiaomi 18 Fold
- Sehr kompakte Bauform für ein Foldable dieser Art
- 219 Gramm vergleichsweise moderates Gewicht
- 7,58-Zoll-Innendisplay
- Sehr unauffällige Displayfalte
- 2:1-Seitenverhältnis bei beiden Displays
- Gute Möglichkeiten für Multitasking
- Bis zu sechs Apps gleichzeitig nutzbar
- Umfangreiches Leica-Kamerasystem
- Zwei unterschiedliche Leica-Farbprofile
- 6.000-mAh-Akku
- 67-Watt-Schnellladen
- 50-Watt-Wireless-Charging
- Dragon Crystal Glass 3.0 an Außen- und Rückseite
Schwächen des Xiaomi 18 Fold
- Die App-Anpassung an das ungewöhnliche Foldable-Format ist noch nicht optimal
- Die Software-Erfahrung auf dem großen Display ist eher „brauchbar“ als wirklich hervorragend
- Die Vorteile des Formats hängen teilweise von der Unterstützung durch App-Entwickler ab
Preis-Leistung
Ein konkreter Preis wird im vorliegenden Test nicht genannt. Deshalb lässt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht seriös anhand eines bestimmten Betrags bewerten.
Interessant ist das Xiaomi 18 Fold trotzdem vor allem wegen seines Formats. Es versucht nicht, einfach ein noch größeres Tablet in ein Smartphone zu verwandeln. Stattdessen liegt der Fokus auf einem Gerät, das geschlossen kompakt bleibt und aufgeklappt eine kleine Tablet-Arbeitsfläche bietet.
Ob sich dieser Ansatz lohnt, hängt deshalb stark davon ab, wie wichtig einem genau diese Kombination aus Portabilität und großer Displayfläche ist.
Fazit
Das Xiaomi 18 Fold ist ein Foldable mit einer klaren Idee: Es soll weder ein gewöhnliches Smartphone noch ein möglichst großes Tablet sein. Zusammengeklappt bleibt es relativ kompakt, aufgeklappt steht eine 7,58-Zoll-Fläche zur Verfügung.
Besonders gelungen wirkt das Display. Das 2:1-Format passt gut zu Lesen, Multitasking und verschiedenen Arten von Inhalten. Noch stärker fällt allerdings die kaum sichtbare Falte auf. Genau hier zeigt Xiaomi, wie weit sich faltbare Displays inzwischen entwickelt haben.
Auch die Kameras hinterlassen einen guten Eindruck. Das Leica-System bietet eine vielseitige Ausstattung und mit Leica Vivid sowie Leica Classic zwei deutlich unterschiedliche Bildstile.
Die größte Schwäche liegt weniger in der Hardware als in der Software. Die Anpassung von Apps an dieses mittlere Foldable-Format ist noch nicht perfekt. Vieles funktioniert, aber nicht alles fühlt sich bereits so selbstverständlich an, wie man es sich bei einem Gerät dieser Art wünschen würde.
Unterm Strich zeigt das Xiaomi 18 Fold aber ziemlich überzeugend, warum ein mittleres Foldable interessant sein kann. Es ist groß genug, um im aufgeklappten Zustand einen echten Mehrwert gegenüber einem normalen Smartphone zu bieten, bleibt dabei aber kompakter als die klassischen großen Foldables. Wenn sich dieses Format weiter durchsetzt und die App-Unterstützung nachzieht, könnte genau diese Bauform tatsächlich häufiger zu sehen sein.
Häufig gestellte Fragen
Für wen ist das Xiaomi 18 Fold geeignet?
Das Xiaomi 18 Fold richtet sich vor allem an Nutzer, die ein kompaktes Smartphone mit der zusätzlichen Displayfläche eines kleinen Tablets kombinieren möchten. Besonders interessant ist das Format für Multitasking, Lesen und die Nutzung mehrerer Apps.
Wie groß ist das Display des Xiaomi 18 Fold?
Das Außendisplay misst 5,38 Zoll. Aufgeklappt steht ein 7,58 Zoll großes Innendisplay zur Verfügung.
Ist die Falte im Display sichtbar?
Die Falte fällt laut Testeindruck ungewöhnlich wenig auf. Bei eingeschaltetem Display ist sie praktisch nicht wahrnehmbar.
Wie lange hält der Akku?
Bei moderater Nutzung des Außendisplays reicht der 6.000-mAh-Akku laut Praxistest problemlos für einen Tag. Auch bei moderater bis leichter Nutzung des aufgeklappten Displays ist eine tägliche Ladung ausreichend.
Gibt es Probleme mit der Software?
Die grundlegenden Funktionen und das Multitasking funktionieren, die Anpassung von Apps an das ungewöhnliche Displayformat ist aber noch nicht optimal. Die Software-Erfahrung wird deshalb als brauchbar, aber nicht hervorragend beschrieben.

